Herzlich willkommen am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung!

Das Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW) ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung, die sich mit der Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für einen innovativen Artenschutz befasst.

Der Mensch beeinflusst nahezu alle Ökosysteme unseres Planeten. Immer noch lässt sich nicht vorhersagen, wie Flora und Fauna auf die ständig wachsenden globalen Veränderungen reagieren (werden). Wie kommt es, dass manche Wildtierarten durch die Eingriffe des Menschen bedroht sind, während andere sich erfolgreich an veränderte Lebensräume und Lebensumstände anpassen können?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, verbindet das IZW verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen. Wir untersuchen physiologische, genetische, verhaltensbiologische, ökologische, evolutionsbiologische und veterinärmedizinische Aspekte, verknüpfen Grundlagen- und angewandte Forschung und stellen Fragen zu Mechanismen (proximate Fragestellungen) sowie zur evolutionsbiologischen Funktion (ultimate = funktionelle Fragestellung) von Merkmalen.  

Das IZW untersucht die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit von Wildtierpopulationen in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut in Deutschland, Europa und weltweit. Gelingt es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtierpopulationen zu verstehen und vorherzusagen, dann kann diese Kenntnis genutzt werden, um neue Konzepte und gezielte Interventionen für den Artenschutz zu entwickeln.

Das IZW ist ein Institut des Forschungsverbundes Berlin e.V. und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Wildtierkamera-Aufnahme von einem Fuchs (Foto: Leibniz-IZW)
Wildtierkamera-Aufnahme von einem Fuchs (Foto: Leibniz-IZW)

Fuchs, Waschbär und Co. in Gärten in und um Berlin – Wildtierforscher für die finale Projektrunde gesucht!

Zahlreiche Wildtierarten haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg aus dem Umland nach Berlin gefunden und sich hier dauerhaft angesiedelt. Allerdings ist noch relativ wenig darüber bekannt, wo unsere tierischen Nachbarn leben und wie sie mit den Umweltbedingungen im Großstadtdschungel umgehen. Um dies herauszufinden, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ein bürgerwissenschaftliches Projekt über wildlebende Säugetiere durch. In den bisherigen Runden des Projektes wurden von den Teilnehmenden mithilfe von Wildtierkameras über 20.000 Fotos von 11 wildlebenden Säugetierarten aufgenommen. Für die vierte und letzte Projektrunde, die am 30.03.2020 beginnt und zwei Monate dauert, sucht das Leibniz-IZW jetzt Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eigenem Garten in Berlin oder im Umland nahe der Stadtgrenze. Interessenten können sich bis zum 16.02.2020 auf www.wildtierforscher-berlin.de bewerben.

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Minister Hon Najib Balala (Ministry of Tourism and Wildlife, Kenia) wohnt der Prozedur bei Foto: Ami Vitale
Minister Hon Najib Balala (Ministry of Tourism and Wildlife, Kenia) wohnt der Prozedur bei Foto: Ami Vitale

Wissenschaftsteam erzeugt einen dritten Embryo - ein weiterer Schritt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Im August 2019 hat das BMBF-geförderte „BioRescue Wissenschafts- und Naturschutzteam“ einen Meilenstein im Kampf gegen das Aussterben des Nördlichen Breitmaulnashorns erreicht. Es entnahm den beiden verbliebenen Weibchen Eizellen, befruchtete diese künstlich mit gefrorenem Sperma von verstorbenen Männchen und erzeugte zwei Nördliche Breitmaulnashorn-Embryos. Mit großer Unterstützung der kenianischen Regierung und im Beisein von Hon Najib Balala (Cabinet Secretary, Ministry of Tourism and Wildlife, Kenya) wiederholte das Team die Prozedur am 17. Dezember 2019 und konnte über Weihnachten einen neuen Embryo erzeugen. Dies erhöht die Chancen auf Nachwuchs für die Dickhäuter erheblich. Die Prozedur hat sich als sicher erwiesen und kann solange regelmäßig durchgeführt werden, bis die Tiere zu alt sind. Die Vorbereitungen für die nächsten Schritte der Rettungsmission für das Nördliche Breitmaulnashorn sind im Gange.

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Lynx Cubs, Photo by Iberian Lynx Ex-situ Conservation Programme
Lynx Cubs, Photo by Iberian Lynx Ex-situ Conservation Programme

Gelbkörperzellen von Katzen erfolgreich kultiviert und umfassend charakterisiert – ein weiterer Meilenstein bei der Aufklärung des Phänomens von langlebigen Gelbkörpern bei Luchsen

Die Fortpflanzung von Luchsen ist höchst rätselhaft. Denn im Gegensatz zu anderen Katzenarten aus der großen Familie der Felidae sind Luchse nur einmal im Jahr für wenige Tage empfängnisbereit. Wie ein Wissenschaftsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) bereits in der Vergangenheit zeigen konnte, sind dafür besonders langlebige Gelbkörper in den Eierstöcken verantwortlich, die weitere Eisprünge im Laufe des Jahres verhindern. Nun gelang dem Berliner Team ein weiterer Durchbruch bei der Lösung des Rätsels: Sie isolierten mehrere Zelltypen aus Gelbkörpern von Hauskatzen und charakterisierten mithilfe von Zellkulturen deren Funktion im Detail. Die neue Technik lässt sich auch auf bedrohte Katzenarten wie den Pardelluchs übertragen und wird helfen, die Besonderheit der Langlebigkeit von  Gelbkörper zu verstehen. Ziel ist es, unter dem Einfluss von Gelbkörperhormonen einen Eisprung erfolgreich starten zu können. Damit könnte die Fortpflanzung der hoch bedrohten Pardelluchse im Zuchtprogramm noch besser unterstützt werden.

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Bevorzugte Flugrouten großer Abendsegler am Berliner Nachthimmel (Bild: Leibniz-IZW/: ISS047-E-29989 courtesy of the Image Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center)
Bevorzugte Flugrouten großer Abendsegler am Berliner Nachthimmel (Bild: Leibniz-IZW/: ISS047-E-29989 courtesy of the Image Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center)

Der Himmel über Berlin: Fledermäuse bevorzugen dunkle Gebiete in der hell erleuchteten Stadt

Für Menschen ist eine Stadt ohne nächtliche Straßenbeleuchtung kaum mehr vorstellbar. Doch wie reagieren nachtaktive Tiere wie Fledermäuse auf die beleuchtete Stadtlandschaft? In einer aktuellen Untersuchung haben WissenschaftlerInnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gemeinsam mit deutschen und internationalen KollegInnen Fledermäuse der Art Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) mit Mini-GPS-Sendern ausgestattet und ihre Flugbahnen am Himmel über Berlin aufgezeichnet. Sie zeigen, dass die Großen Abendsegler hell erleuchtete, bebaute Flächen meiden. Für Fledermäuse ist daher die Großstadt als Lebensraum überwiegend ungeeignet. Dunkle Korridore wie Stadtforste, Parks oder Wasserläufe sind hingegen von großer Bedeutung, um Nahrungsgebiete und Quartierplätze zu erreichen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Landscape Ecology“ publiziert.

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Breitmaulnashorn mit Nachwuchs in Südafrika (Foto: Robynne Prinsloo)
Breitmaulnashorn mit Nachwuchs in Südafrika (Foto: Robynne Prinsloo)

Südliche Breitmaulnashörner sind durch Inzucht und die Fragmentierung Ihrer Lebensräume bedroht – Gezieltes Management kann helfen diese Gefahr abzuwenden

Die Fragmentierung der natürlichen Lebensräume durch Zäune und Siedlungen wird den Nashörnern zum Verhängnis. Sie verhindern eine natürliche Abwanderung aus dem Familienverband und führt zu Paarungen unter nahen Verwandten. Hinzu kommt, dass die Nashornweibchen zur Paarung bestimmte Männchen bevorzugen und mit diesem Partner über mehrere Jahre hinweg immer wieder Jungtiere zeugen. Dies führt auf lange Sicht zu einem hohen Grad an Inzucht. Diese Ergebnisse stammen aus der bislang größten wissenschaftlichen Untersuchung zu den sexuellen Vorlieben von Breitmaulnashörnern, die in der Zeitschrift „Evolutionary Applications“ erschienen ist. Die Wissenschaftler schlagen daher gezielte Maßnahmen vor, um den Fortbestand der Art auf lange Sicht zu erhalten. 

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