Herzlich willkommen am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung!

Das Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW) ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung, die sich mit der Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für einen innovativen Artenschutz befasst.

Der Mensch beeinflusst nahezu alle Ökosysteme unseres Planeten. Immer noch lässt sich nicht vorhersagen, wie Flora und Fauna auf die ständig wachsenden globalen Veränderungen reagieren (werden). Wie kommt es, dass manche Wildtierarten durch die Eingriffe des Menschen bedroht sind, während andere sich erfolgreich an veränderte Lebensräume und Lebensumstände anpassen können?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, verbindet das IZW verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen. Wir untersuchen physiologische, genetische, verhaltensbiologische, ökologische, evolutionsbiologische und veterinärmedizinische Aspekte, verknüpfen Grundlagen- und angewandte Forschung und stellen Fragen zu Mechanismen (proximate Fragestellungen) sowie zur evolutionsbiologischen Funktion (ultimate = funktionelle Fragestellung) von Merkmalen.  

Das IZW untersucht die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit von Wildtierpopulationen in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut in Deutschland, Europa und weltweit. Gelingt es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtierpopulationen zu verstehen und vorherzusagen, dann kann diese Kenntnis genutzt werden, um neue Konzepte und gezielte Interventionen für den Artenschutz zu entwickeln.

Das IZW ist ein Institut des Forschungsverbundes Berlin e.V. und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Grafik: Leibniz-Gemeinschaft, Bilder: FU Berlin & NIAID-RML (CC BY 2.0)
Grafik: Leibniz-Gemeinschaft, Bilder: FU Berlin & NIAID-RML (CC BY 2.0)

Leibniz-Podcast "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie

Der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus verändern das gesamte Leben. Viele Menschen haben Fragen, Wissenschaftler können Antworten geben – und sie tun das im täglichen Podcast "Tonspur Wissen" der Leibniz-Gemeinschaft und t-online.de. In der siebten Folge ist Prof. Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-IZW, zu Gast. Das neue Coronavirus stammt zwar aus dem Tierreich, ist "nach gegenwärtigem Kenntnisstand" aber nicht gefährlich für Haustiere, so Hofer. Die Menschen müssen sich nach Ansicht des Experten darauf einstellen, dass die Übertragung von tierischen Viren auf den Menschen häufiger vorkommen werde. Warum das so ist, warum viele Krankheiten auf asiatischen Tiermärkten auf den Menschen übergehen und warum die genauen Übertragungswege noch nicht ausreichend erforscht sind, erklärt Wildtierexperte Hofer im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld.

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Großer Abendsegler (Photo: Kamran Safi, wikimedia commons)
Großer Abendsegler (Photo: Kamran Safi, wikimedia commons)

Fledermäuse sind in Agrarlandschaften auf die gemeinsame Jagd mit Artgenossen angewiesen

Große Abendsegler – eine der größten heimischen Fledermausarten – suchen ihresgleichen, um bei der Jagd über insektenarmen Feldern erfolgreich zu sein. Wie Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigen konnten, jagen die Fledermäuse über insektenreichen Wäldern vorwiegend als Einzelkämpfer, über insektenarmen Agrarflächen jedoch gemeinschaftlich in der Gruppe. Dabei orientieren sie sich offenbar an den Jagdrufen ihrer Artgenossen, die ihnen unabsichtlich Hinweise auf ertragreiche Gebiete liefern. Das „Belauschen“ der Jagdgenossen zum Aufspüren von Nahrung funktioniert vermutlich nur dann, wenn eine ausreichende Zahl von Individuen im selben Luftraum nach Insekten jagen. Nehmen die Fledermauspopulationen weiter ab, könnte eine kritische Dichte unterschritten und die gemeinschaftliche Jagd schwierig oder unmöglich werden. Dies könnte das Überleben von Arten wie dem Großen Abendsegler zusätzlich bedrohen. Die wissenschaftliche Untersuchung ist in der Fachzeitschrift „Oikos“ publiziert.

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Foto: Lisa Giese

Informationen zum Coronavirus SARS CoV-2/Covid-19

Die durch das schwere akute Atemwegssyndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) verursachte Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) breitet sich international und national enorm schnell aus und wurde von der WHO als Pandemie eingestuft.

Bisher wurden die Quelle und die Zwischenwirte des Virus nicht eindeutig identifiziert. Bis heute wurde auch das Reservoir für das erste Coronavirus SARS-CoV-1, das für die SARS-Epidemie 2002/03 verantwortlich war, nicht identifiziert.

Vor kurzem fanden chinesische Wissenschaftler*innen heraus, dass das neuartige Coronavirus mit Coronaviren verwandt ist, die in fünf in Asien vorkommenden Wildtierarten nachgewiesen wurden, darunter Larvenroller (Paguma larvata), Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), Asiatische Zibetkatze (Viverra sp) und Hufeinsennasen-Fledermäuse (Rhinolophus spp). Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Virus in den fünf Tierarten nicht dasselbe Coronavirus ist, das auf den Menschen übertragen wurde. Die größte genetische Übereinstimmung mit 96,2 % der DNA-Nukleotide liefert die Java-Hufeisennasen-Fledermaus. Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass SARS-CoV-2 aus diesen Wildtieren stammt.

In Deutschland wurden bisher keine vergleichsweise hohen Übereinstimmungen mit dem SARS-CoV-2 Virus in heimischen Wildtieren nachgewiesen. Auch ist bisher keine Übertragung des neuen Virus auf Haustiere wie Katzen, Hunde usw. nachgewiesen. Es ist bekannt, dass bei Katzen und Hunden sogenannte feline und canine Coronaviren auftreten. Diese sind für den Menschen unschädlich. Weitere Informationen dazu kann Ihnen das Friedrich-Loeffler Institut liefern (https://www.fli.de/de/home/).

 

Literaturquelle:

Genetic evolution analysis of 2019 novel coronavirus and coronavirus from other species: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1567134820301167

 

FAQs Robert Koch Institut (RKI)

FAQs Friedrich -Loeffler-Institut (FLI)

 

 

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Foto: Lisa Giese
Foto: Lisa Giese

Erbgut und Umwelt - wie die Epigenetik unser Leben beeinflusst

Neue Dauerausstellung im Darwineum eröffnet

Heute wurde im Zoo Rostock in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Leibniz-IZW) eine neue Dauerausstellung im Darwineum eröffnet. Unter dem Titel „Epigeneum – Sei gut zu dir selbst!“ ermöglicht das gemeinsame Projekt in den kommenden zwei Jahren einen spannenden Einblick in einen noch recht jungen Forschungszweig der Biologie. Als Brückenschlag zwischen unserer Umwelt und unserem Erbgut beeinflussenepigenetische Prozesse maßgeblich die menschliche Entwicklung, aber auch unsere Natur und ihre Tier- und Pflanzenwelt.

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Nahaufnahme von Gepardenfell, Foto: Jan Zwilling
Nahaufnahme von Gepardenfell, Foto: Jan Zwilling

Wissenschaftsteam deckt Fehlerquelle bei der Messung von „Stress“-Hormonen in Tierhaaren auf

Wildtiere reagieren ähnlich wie Menschen mit der Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol auf Belastungen oder Störungen. Die Konzentration solcher Hormone kann berührungsfrei aus Haarproben der Tiere ermittelt werden.  Um den Einfluss verschiedener Belastungen oder Störungen – etwa Konkurrenz um Nahrung, Flucht vor Raubtieren oder sich ändernde Umweltbedingungen – zu ermitteln, werden Basiswerte der relevanten Hormone für jede Tierart benötigt. Daher untersuchte ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), ob in Tierhaaren eingelagerte Glukokortikoid-Hormone ein zuverlässiger Biomarker für Belastungssituationen sein können. Bei dieser Untersuchung stieß das Team auf eine bisher unbekannte Fehlerquelle bei der häufig verwendeten antikörperbasierten Enzym-Immunassay-Analysemethode zur Bestimmung von „Stess“-Hormon-Konzentrationen. Diese führt zur Messung von überhöhten „Stress“-Hormon-Konzentrationen. Die Ursache der Fehlmessungen liegt in bisher unbekannten Molekülen in Tierhaaren. Diese neuen Erkenntnisse sind in der Fachzeitschrift „Conservation Physiology“ veröffentlicht.

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